Programm
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Freitag, 30. Oktober
Türöffnung und Check in
Begrüssung durch die Zentralpräsidentin
Sucht verstehen: Konsum - Rausch - Missbrauch - Sucht: Ueberlegungen zu einem kontroversen Thema
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Sucht verstehen: Konsum – Rausch – Missbrauch – Sucht: Überlegungen zu einem kontroversen Thema
Alkohol und psychoaktive Substanzen wurden und werden in allen Gesellschaften und Kulturen konsumiert. Sie gehören zu unserem Natur- und Kulturerbe, bereichern unser Leben, unterstützen uns in vielen Ritualen und Lebenskontexten. Sie können aber auch missbraucht werden, zu schweren Suchterkrankungen oder zu körperlichen Störungen führen und dem Individuum wie dem Umfeld schweres Leid bereiten. In diesem Spannungsfeld sind wir als Fachleute im Gesundheitswesen besonders gefordert. Was ist meine eigene Einstellung beispielsweise zum Alkoholkonsum, wann und wie können wir schädliche Auswirkungen der Substanzen erkennen, wie begegnen wir diesen Menschen, welche Vorurteile begleiten mich? Im Vortrag werden kulturelle, psychologische, körperliche und soziale Aspekte unseres Umgangs mit diesen "berauschenden Substanzen" dargestellt und zur Diskussion gestellt.
Neue Drogentrends – Konsequenzen für den Praxisalltag
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Der Konsum psychoaktiver Substanzen unterliegt einem stetigen Wandel: Neue Substanzen, veränderte Konsummuster sowie Mischkonsum stellen medizinische Fachpersonen vor Herausforderungen. Im Praxisalltag ist es oft anspruchsvoll, aktuelle Entwicklungen zu kennen, Risiken frühzeitig zu erkennen und angemessen zu reagieren.
Der Vortrag gibt einen praxisnahen Überblick über aktuelle Substanztrends und Konsumformen – von Stimulanzien über neue psychoaktive Substanzen bis hin zum nicht medizinischen Konsum von verschreibungspflichtigen Medikamenten. Dabei werden auch mögliche gesundheitliche Folgen des Konsums beleuchtet.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem professionellen Umgang mit konsumierenden Patientinnen und Patienten. Nebst kommunikativen Herausforderungen im Praxisalltag werden auch Aspekte wie Stigmatisierung, Vertrauensaufbau und niederschwellige Interventionen beleuchtet. Ziel ist es, Sicherheit im Kontakt zu gewinnen und eine unterstützende, respektvolle Haltung zu fördern.
Abgerundet wird der Vortrag durch konkrete Ansätze der Schadensminderung (Harm Reduction), die im Praxissetting umsetzbar sind. Dazu gehören Informationen zur Risikoreduktion, Weitervermittlung an spezialisierte Angebote sowie die zentrale Rolle der medizinischen Praxis als erste Anlaufstelle im Gesundheitssystem.
Suchtpatienten in der Hausarztpraxis – Früherkennung, Screening und Warnsignale
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Suchtmittelkonsum und Suchterkrankungen sind weit verbreitet, bleiben jedoch häufig lange unerkannt. Scham, Verdrängung und unspezifische Beschwerden führen dazu, dass Betroffene ihre Problematik oft nicht von sich aus ansprechen. Gerade die Hausarztpraxis bietet durch die langjährige Arzt-Patienten-Beziehung und regelmässige Konsultationen eine besondere Chance, Suchterkrankungen frühzeitig zu erkennen und Betroffene auf ihrem Weg zu begleiten.
Im Mittelpunkt des Vortrags stehen die Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit, insbesondere die Abhängigkeit von Opioiden. Anhand praxisnaher Fallbeispiele werden typische Warnsignale im Praxisalltag sowie die häufigsten somatischen Folgen des Suchtmittelkonsums aufgezeigt. Zudem wird vermittelt, wie Suchterkrankungen mithilfe einer gezielten Anamnese und einfacher Screening-Instrumente früh erkannt werden können.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Gesprächsführung. Anhand konkreter Beispiele wird aufgezeigt, wie ein wertschätzender und motivierender Zugang gelingt und welche Rolle die Motivation der Betroffenen für den Behandlungserfolg spielt.
Gleichzeitig werden die Grenzen der hausärztlichen Intervention aufgezeigt, wenn eine Veränderungsbereitschaft noch fehlt.
Der Vortrag vermittelt praxisnahe Handlungsempfehlungen für den hausärztlichen Alltag und soll dazu ermutigen, Suchterkrankungen frühzeitig anzusprechen, Warnsignale sicher zu erkennen und Betroffene kompetent, empathisch und ohne Vorurteile zu begleiten.
Pause und Besuch der Ausstellung
stopsmoking in der Primärversorgung – vernetzte Begleitung
Workshop D1
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Tabakkonsum verursacht zahlreiche Todesfälle und schwere chronische Erkrankungen. Nikotin macht abhängig und erschwert den Ausstieg.
62 % der Rauchenden in der Schweiz möchten mit dem Rauchen aufhören. Der Ausstieg aus dem Tabak- und Nikotinkonsum ist jedoch ein anspruchsvoller Prozess. Professionelle Begleitung erhöht die Erfolgschancen deutlich. Umso wichtiger ist es, dass Betroffene geeignete Unterstützungsangebote kennen und nutzen.
Die WHO betrachtet Tabak- und Nikotinentwöhnung als Aufgabe aller medizinischen Berufsgruppen. Die Primärversorgung bietet wichtige Gelegenheiten, den Tabak- und Nikotinkonsum anzusprechen und Veränderungsprozesse anzustossen.
Die Kurzintervention ist ein einfaches, zeitsparendes und wirkungsvolles Instrument. Sie folgt dem ABC-Prinzip: Ask – Konsum erfragen; Brief Advice – eine klare Empfehlung zum Rauch- oder Nikotinstopp abgeben und den persönlichen Nutzen aufzeigen; Cessation Support – motivierend begleiten, Unterstützung anbieten und den Zugang zu Beratung und medikamentöser Behandlung ermöglichen. Die Entscheidung über einen Ausstieg bleibt stets bei der betroffenen Person.
Gesundheitsfachpersonen nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein. Sie erreichen auch junge und noch gesunde Menschen, haben regelmässigen Kontakt zu Patient:innen und können Veränderungen wahrnehmen. Eine wertschätzende, wiederholte Ansprache und positives Feedback stärken die Motivation.
Die Kurzintervention: Kleiner Aufwand, grosse Wirkung
Im interaktiven Workshop wird die Kurzintervention praxisnah geübt und reflektiert. Die Teilnehmenden tauschen Erfahrungen aus und lernen, wie das nationale Beratungsangebot stopsmoking interdisziplinär in den Versorgungspfad integriert werden kann. stopsmoking bietet kostenlose Telefon-, Video- und Onlineberatung in elf Sprachen sowie begleitende Folgegespräche an.
Trauer hinter der Sucht
Workshop E1
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Erkrankt ein Mensch an einer Sucht, beginnt für den Betroffenen und das nahe Umfeld ein grosser Trauerprozess, der aber oft nicht als solcher wahrgenommen wird. Der Betroffene spürt und weiss, dass er sich und sein Umfeld immer wieder enttäuscht und oft auch anlügt. Die Beziehungen zur Familie und zu Freunden werden schwieriger. Enttäuschungen, Wut, Schuldzuweisungen, nicht erfüllte Erwartungen, Hoffnungen, Versprechen usw. lösen sich ab, bis hin zur Resignation. Suchtmittel helfen dem Suchtkranken, die Trauer und den Schmerz zu vernebeln und zu betäuben.
TaiJi-QiGong und Med. QiGong I
Workshop B1
Look Good Feel Better – Selbstfürsorge – ich tue mir etwas Gutes
Workshop F1
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Look Good Feel Better ist eine gemeinnützige, steuerbefreite Stiftung unter eindgenössischer Aufsicht, die seit 2005 kostenlose Workshops für krebsbetroffene Frauen, Männer und Jugendliche in der Schweiz anbietet.
Eine Krebserkrankung und ihre Therapie hinterlassen Spuren, sowohl innerlich wie äusserlich. Auch wenn die meisten dieser sichtbaren Veränderungen nur vorübergehend sind, haben sie grossen Einfluss auf das Wohlbefniden sowie auf das Selbstvertrauen und können verunsichern.
Die Stiftung Look Good Feel Better hilft Betroffenen, sich auch während der Therapiezeit wohl und gestärkt zu fühlen. Diese Auszeit von den alltäglichen Belastungen sowie der Austausch mit anderen Krebsbetroffenen ist "Wohlfühlzeit" und schenkt neue Lebensfreude und Energie.
Der Sehnsucht zuhören - Konsum und Sucht im Lauf des Lebens
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Wonach sehnen wir uns in den verschiedenen Lebensphasen? Nach Autonomie und Zugehörigkeit, nach Anerkennung, Sicherheit oder dem Gefühl, wirklich gesehen zu werden? Und was geschieht, wenn diese Sehnsüchte ungehört bleiben?
Sehnsüchte begleiten uns ein Leben lang. Sie wandeln sich mit unseren Lebensphasen, Erfahrungen und Herausforderungen. In Zeiten von Entwicklung, Übergang, Verlust, Einsamkeit, Schmerz oder Überforderung treten sie oft besonders deutlich hervor. Menschen suchen Wege, grundlegende Bedürfnisse zu erfüllen und innere Spannungen zu bewältigen: In Beziehungen, in sinnstiftenden Tätigkeiten, aber auch durch den Konsum von Substanzen sowie der Beschäftigung mit Geldspiel, Gamen und anderen Verhaltensweisen.
Aus systemischer Sicht entsteht eine Suchterkrankung nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel von Person, Beziehungen und sozialem Kontext. Substanzkonsum sowie stoffungebundene Konsumformen können dabei als Versuch verstanden werden, mit belastenden Situationen und unerfüllten Bedürfnissen umzugehen – als Suche nach Entlastung, Zugehörigkeit, Kontrolle oder Trost. Aus solchen Bewältigungsversuchen kann sich eine Dynamik entwickeln, in der sich Konsum und Verhalten verfestigen, zunehmend Raum einnehmen und damit selbst zur Belastung werden.
Anhand von Praxisbeispielen aus unterschiedlichen Lebensphasen beleuchtet der Vortrag, wie sich Sehnsüchte, Belastungen und Bewältigungsstrategien im Lebensverlauf verändern. Im Zentrum steht der Mensch hinter den Symptomen. Die Perspektive auf Sehnsucht eröffnet neue Zugänge für die Begegnung mit Menschen mit Suchtproblemen und deren Angehörige und lädt dazu ein, Konsum und Sucht jenseits von Defizit- und Problemzuschreibungen zu verstehen. So kann auch in der Sucht die Stimme der Sehnsucht hörbar werden.
Röntgen Refresher - Modul I
Workshop G1
Sucht – der leise Feind unseres Schlafes
Workshop I1
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Unsere moderne 24-Stunden-Gesellschaft erfordert eine permanente Verfügbarkeit. Diese kontinuierliche Belastung bleibt oft ein unterschätzter Stressfaktor, welcher die Schlafqualität & -quantität stört, führt zu einem chronischen Schlafmangel und begünstigt Schlafstörungen.
Schlafmangel und gestörter Schlaf wirken sich nachweislich negativ auf unsere kognitiven Funktionen sowie auf die Regulation unserer Emotionen aus. Dies erhöht unsere Vulnerabilität für Suchtverhalten. Gleichzeitig verstärken die gesellschaftliche Akzeptanz von Schlafdefiziten und leistungsorientiertem Verhalten diese Dynamik.
Dadurch ist eine differenzierte Betrachtung suchtassoziierter Einflüsse auf den Schlaf von grosser Bedeutung, um den Teufelskreis der Abhängigkeit frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln.
Suchtkontext im Jugendstrafverfahren :Praxis des Schutzmassnahmenvollzuges bei Jugendlichen mit einem Suchtproblem
Workshop L1
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Bei Jugendlichen mit einer Suchtproblematik in Strafverfahren sind Massnahmen – ob ambulant oder stationär – manchmal unumgänglich, manchmal aber nur eingeschränkt möglich.
Im Workshop soll beleuchtet werden, weshalb oder in welchen Konstellationen jugendstrafrechtliche Massnahmen überhaupt zum Zuge kommen können und welche Massnahmen es gibt, wann eine Massnahme erfolgsversprechend sein könnte und wann nicht, und welche Schwierigkeiten sich bei der Planung und im Vollzug der Massnahme ergeben können.
Handlungssicher im Praxisalltag: Kommunikation mit Haltung und Umgang mit dem Konsum psychoaktiver Produkte
Workshop H1
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Der Workshop bietet einen praxisnahen Einblick in die Entstehung von Suchtverhalten sowie in mögliche Veränderungsprozesse. Im Mittelpunkt steht dabei die Erkenntnis, dass Suchtarbeit weit über das reine Fachwissen hinausgeht: Sie ist Beziehungsarbeit – geprägt von Vertrauen, Haltung und der Fähigkeit zur authentischen Kommunikation.
Neben der Vermittlung fachlicher Grundlagen liegt ein besonderer Fokus auf der Auseinandersetzung mit der eigenen Wahrnehmung und Haltung gegenüber Patient:innen, welche psychoaktive Substanzen konsumieren. Welche inneren Bilder und Bewertungen beeinflussen unser professionelles Handeln? Wie gelingt es, den Patient:innen auf Augenhöhe zu begegnen und Veränderung zu ermöglichen, ohne zu stigmatisieren oder zu überfordern?
Der Workshop schafft Raum für Reflexion, Austausch und methodische Impulse. Dadurch sollen die Teilnehmenden ermutigt werden, ihre Rolle in der Arbeit mit Patient:innen, welche psychoaktive Substanzen konsumieren, bewusster zu gestalten. Ziel ist es, Handlungssicherheit und Empathie im professionellen Kontext zu stärken.
Verwöhnung hat nichts mit Liebe zu tun
Workshop C1
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Warum Eigenverantwortung und persönliche Entwicklung für moderne Praxisteams entscheidend sind
Verwöhnung wird oft mit Fürsorge und Wertschätzung verwechselt. Doch was gut gemeint ist, kann die Entwicklung von Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und Veränderungsfähigkeit langfristig verhindern. Wird Verwöhnung zur Gewohnheit, entsteht eine Kultur der Abhängigkeit, in der die Erwartungen wachsen, die Eigeninitiative abnimmt und sowohl Mitarbeitende als auch Teams demotiviert werden.
Gerade im Praxisalltag sind neben Fachkompetenz auch soziale Fähigkeiten gefragt: Kommunikation, Teamfähigkeit, Flexibilität und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Mitarbeitende, die gelernt haben, Herausforderungen eigenständig zu bewältigen, tragen wesentlich zu einem erfolgreichen und zukunftsfähigen Praxisteam bei.
Der Vortrag zeigt, wie sich Verwöhnung im Berufsalltag erkennen lässt, welche Auswirkungen sie auf Zusammenarbeit, Motivation und Entwicklung haben kann und warum persönliche Entwicklung ein zentraler Bestandteil moderner Personalentwicklung ist.
Die Teilnehmenden erhalten Impulse, wie eine Kultur entstehen kann, in der Unterstützung nicht bedeutet, Aufgaben abzunehmen, sondern Menschen zu stärken, ihre Fähigkeiten einzusetzen und Veränderungen aktiv mitzugestalten.
Zwischen Unterhaltung und Abhängigkeit: Social Media & Co aus Sicht der Hirnforschung
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Ein kurzer Blick aufs Handy, eine neue Nachricht, ein weiteres Video: Digitale Medien sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sie unterhalten, verbinden und informieren. Doch sie sind auch darauf ausgelegt, unsere Aufmerksamkeit möglichst lange zu binden.
Die Neurowissenschaftlerin Dr. Barbara Studer zeigt, was dabei im Gehirn passiert. Jede Benachrichtigung aktiviert das Belohnungssystem und setzt Dopamin frei. Daraus entsteht ein Kreislauf aus Erwartung und kurzer Befriedigung, der uns immer wieder zum Bildschirm zurückholt. Wo endet die Unterhaltung, wo beginnt die Abhängigkeit? Und woran lässt sich der Übergang erkennen, bei sich selbst und bei Patientinnen und Patienten?
Das Referat verbindet aktuelle Erkenntnisse der Hirnforschung mit praxisnahen Strategien:
- wie digitale Achtsamkeit im Alltag gelingt
- wie sich ungesunde Muster frühzeitig vermeiden lassen
- was hilft, wenn aus Gewohnheit bereits Abhängigkeit geworden ist
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nehmen konkrete Werkzeuge mit, für ihre eigene mentale Gesundheit und für Gespräche in der Praxis.
TaiJi-QiGong und Med. QiGong II
Workshop B2
Orthorexie zwischen Gesundheitsideal und Krankheitswert- psychiatrische und ernährungsmedizinische Perspektiven
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Orthorexie zwischen Gesundheitsideal und Krankheitswert – psychiatrische und ernährungstherapeutische Perspektiven.
Orthorexie beschreibt ein zunehmendes klinisches Phänomen an der Schnittstelle von Ernährungsverhalten, psychischer Gesundheit und gesellschaftlichen Gesundheitsnormen. Charakteristisch ist eine zwanghafte Fixierung auf „gesundes“, „reines“ oder „richtiges“ Essen, die zu erheblichem Leidensdruck, sozialem Rückzug, Mangelernährung und psychischer Komorbidität führen kann. Eine repräsentative Umfrage vom BAG ergab, dass sich nahezu ein Drittel der Schweizer Bevölkerung übermässig stark mit gesundheitsfördernder Ernährung beschäftigt, was die gesellschaftliche Relevanz des Themas unterstreicht.
Der Vortrag beleuchtet Orthorexie aus einer psychiatrischen und ernährungstherapeutischen Doppelperspektive. Ein besonderer Fokus liegt auf der Rolle von Perfektionismus, Kontrollbedürfnis und Angst im Kontext moderner Gesundheits- und Clean-Eating-Narrative.
Ziel des Vortrags ist es, Fachpersonen dafür zu sensibilisieren, wann gesundheitsbewusstes Essverhalten in einen krankheitswertigen Zustand übergeht, wie Orthorexie klinisch erkannt werden kann und ab welchem Punkt weiterführender diagnostischer und therapeutischer Behandlungsbedarf besteht.
Nikotin im Wandel: Abhängigkeit, neue Produkte und Relevanz für die Praxis
Workshop D2
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Nikotin ist heute mehr als die klassische Zigarette: Vapes, Nikotinbeutel, Strips und synthetische Analoga verändern Konsum und Beratung. Viele Produkte wirken modern, diskret und aromatisiert, können aber rasch abhängig machen. Nikotinstärken, Inhaltsstoffe und Langzeitfolgen sind oft schwer einschätzbar und weitgehend unbekannt.
Fachleute können im Alltag gezielt nach allen Nikotinprodukten fragen, Risiken verständlich erklären, Jugendliche und Erwachsene sensibilisieren und Rauch- bzw. Nikotinstopp frühzeitig ansprechen. Bei Bedarf kann an externe Fachstellen oder die Plattform stopsmoking verwiesen werden.
Nach dem Input bietet der Workshop Raum für Fragen, den Austausch eigener Erfahrungen und eine Diskussion über die Auswirkungen auf den Praxisalltag.
Einführungs- und Schulungskonzept zur kontinuierlichen Glukosesensor-Messung (CGM) in der Allgemeinpraxis
Firmenworkshop 1
Fragen und Bedürfnisse in der Praxis: Suchtmedizin für Frauen
Firmenworkshop 2
Gemeinsam durch den Wunddschungel! Wunden sind mehr als nur Diagnosen - sie erzählen Geschichten
Firmenworkshop 3
Weniger Aufwand, mehr Sicherheit: Qualitätskontrollen im Praxislabor mit q.check im Handumdrehen digital dokumentiert
Firmenworkshop 4
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Die Dokumentation interner und externer Qualitätskontrollen ist im Alltag häufig mit hohem Aufwand, Fehlerquellen und mangelnder Übersicht verbunden. Wie lassen sich Qualitätskontrollen also einfacher, sicherer und effizienter gestalten?
Dieser Workshop zeigt am Beispiel von q.check, wie sich die Dokumentation von Qualitätskontrollen und Ringversuchen durch diese digitale Lösung deutlich vereinfachen lässt. QC-Messwerte werden automatisch erkannt und direkt an q.check übermittelt. Die Ergebnisse stehen anschliessend übersichtlich in Tabellen und grafischen Auswertungen zur Verfügung, sodass Trends und Abweichungen auf einen Blick erkennbar sind. Lotnummern und Zielwerte sind bereits im System hinterlegt; die Messwerte werden automatisch QUALAB-konform geprüft, gespeichert und archiviert. Ergänzend sorgen Erinnerungsfunktionen und klare Statusübersichten dafür, dass alle Qualitätskontrollen jederzeit im Blick bleiben. Ein weiterer Vorteil ist die hohe Flexibilität von q.check: Die Lösung funktioniert unabhängig von bestehenden Geräten oder Praxissoftware und lässt sich problemlos in unterschiedliche Arbeitsumgebungen integrieren.
Die Teilnehmenden erfahren, wie durch elektronische Datenübermittlung und automatisierte Prüfprozesse der manuelle Aufwand deutlich reduziert wird, da lediglich eine Validierung der Ergebnisse erforderlich ist. Gleichzeitig erhöht die automatische Dokumentation die Sicherheit, indem Tippfehler und Datenverluste vermieden werden. Der Workshop vermittelt praxisnah, wie sich mit q.check Effizienz steigern, Transparenz schaffen und die Qualitätssicherung zuverlässig unterstützen lässt.
Histogramme besser verstehen und interpretieren
Firmenworkshop 5
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Ein Histogramm kann wertvolle Hinweise für Zufallsbefunde liefern und helfen, mögliche versteckte Pathologien zu erkennen. Möchten Sie die Histogramm-Kurven Ihres Hämatologie-Systems besser verstehen? Welche Hinweise sind erkennbar und welche Bedeutung haben sie? Ihr Hämatologie-System liefert lhnen viele lnformationen, zusätzlich zu der bekannten Anzahl der jeweiligen Zellen.
Gespräche, die bewegen - Einführung in Motivational Interviewing für MPA
Workshop M1
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Motivational Interviewing (MI) ist ein evidenzbasierter Ansatz der Gesprächsführung, der Menschen dabei unterstützt, eigene Veränderungsprozesse zu entwickeln und zu gestalten. Die Haltung und Art der Kommunikation können dabei entscheidend dazu beitragen, Motivation zu fördern und tragfähige therapeutische Beziehungen aufzubauen.
Dieser Workshop bietet einen Einblick in die Grundlagen des Motivational Interviewing. Im Mittelpunkt stehen die Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung sowie zentrale Prinzipien einer wertschätzenden, partnerschaftlichen und patient:innenzentrierten Gesprächsführung. Neben theoretischen Impulsen erhalten die Teilnehmenden Gelegenheit, erste Erfahrungen mit dem Ansatz zu sammeln und dessen Bedeutung für den Praxisalltag zu reflektieren.
Der Workshop richtet sich an MPA, die ihre Gesprächskompetenz erweitern und neue Impulse für den Umgang mit Patient:innen mitnehmen möchten.
Patientenzentrierte Versorgung konkret: Instrumente, welche in der Praxis einfach umsetzbar sind
Firmenworkshop 6
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Gesundheit und Suchtverhalten werden nicht nur durch medizinische Faktoren beeinflusst. Einkommen, Bildung, Arbeitsbedingungen, Wohnsituation oder soziale Unterstützung haben einen wesentlichen Einfluss auf Gesundheit, Krankheitsverlauf und Behandlungserfolg. Gleichzeitig stehen Gesundheitsfachpersonen vor der Herausforderung, solche Faktoren im Praxisalltag zu berücksichtigen, ohne zusätzliche Belastungen zu schaffen.
Der Workshop stellt praxistaugliche und kostenlos verfügbare Werkzeuge vor, die eine patientenzentrierte Versorgung unterstützen und gleichzeitig den Praxisalltag erleichtern können:
- «Soziale Rezepte» zur Vermittlung von nicht-medizinischen Unterstützungsangeboten
- «Digitale Übersetzungstools» zur Verbesserung der Kommunikation mit fremdsprachigen Patient:innen
- «Werkzeuge für Shared Decision Making» zur gemeinsamen Entscheidungsfindung
- «Strukturierte Behandlungspläne» zur Förderung von Orientierung, Selbstmanagement und Therapietreue
- Die Methode «What matters to you?» zur Erfassung der individuellen Bedürfnisse und Prioritäten von Patient:innen
Anhand konkreter Beispiele diskutieren die Teilnehmer:innen, wie diese Instrumente in der ambulanten Versorgung eingesetzt werden können und welchen Beitrag sie zu einer wirksameren, bedürfnisorientierten Behandlung leisten.