55. SVA – Davoser Kongress Sucht – «Die leise Macht von Sehnsucht» 30. Oktober – 01. November 2026

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Freitag, 30. Oktober

12:00 – 12:15

Begrüssung durch die Zentralpräsidentin

Nicole Thönen, CH
12:15 – 12:55
Saal 1

Sucht verstehen: Konsum - Rausch - Missbrauch - Sucht: Ueberlegungen zu einem kontroversen Thema

Toni Berthel, Küsnacht CH
Details

Sucht verstehen: Konsum – Rausch – Missbrauch – Sucht: Überlegungen zu einem kontroversen Thema

Alkohol und psychoaktive Substanzen wurden und werden in allen Gesellschaften und Kulturen konsumiert. Sie gehören zu unserem Natur- und Kulturerbe, bereichern unser Leben, unterstützen uns in vielen Ritualen und Lebenskontexten. Sie können aber auch missbraucht werden, zu schweren Suchterkrankungen oder zu körperlichen Störungen führen und dem Individuum wie dem Umfeld schweres Leid bereiten. In diesem Spannungsfeld sind wir als Fachleute im Gesundheitswesen besonders gefordert. Was ist meine eigene Einstellung beispielsweise zum Alkoholkonsum, wann und wie können wir schädliche Auswirkungen der Substanzen erkennen, wie begegnen wir diesen Menschen, welche Vorurteile begleiten mich? Im Vortrag werden kulturelle, psychologische, körperliche und soziale Aspekte unseres Umgangs mit diesen "berauschenden Substanzen" dargestellt und zur Diskussion gestellt.

13:00 – 13:40
Saal 1

Neue Drogentrends – Konsequenzen für den Praxisalltag

Dominique Schori, Zürich CH
Details

Der Konsum psychoaktiver Substanzen unterliegt einem stetigen Wandel: Neue Substanzen, veränderte Konsummuster sowie Mischkonsum stellen medizinische Fachpersonen vor Herausforderungen. Im Praxisalltag ist es oft anspruchsvoll, aktuelle Entwicklungen zu kennen, Risiken frühzeitig zu erkennen und angemessen zu reagieren.

Der Vortrag gibt einen praxisnahen Überblick über aktuelle Substanztrends und Konsumformen – von Stimulanzien über neue psychoaktive Substanzen bis hin zum nicht medizinischen Konsum von verschreibungspflichtigen Medikamenten. Dabei werden auch mögliche gesundheitliche Folgen des Konsums beleuchtet.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem professionellen Umgang mit konsumierenden Patientinnen und Patienten. Nebst kommunikativen Herausforderungen im Praxisalltag werden auch Aspekte wie Stigmatisierung, Vertrauensaufbau und niederschwellige Interventionen beleuchtet. Ziel ist es, Sicherheit im Kontakt zu gewinnen und eine unterstützende, respektvolle Haltung zu fördern.

Abgerundet wird der Vortrag durch konkrete Ansätze der Schadensminderung (Harm Reduction), die im Praxissetting umsetzbar sind. Dazu gehören Informationen zur Risikoreduktion, Weitervermittlung an spezialisierte Angebote sowie die zentrale Rolle der medizinischen Praxis als erste Anlaufstelle im Gesundheitssystem.

13:45 – 14:30
Saal 1

Früherkennung in der Praxis und Warnsignale in der Praxis

Catharina Oechslin, Alesheim CH
14:30 – 15:00

Pause und Besuch der Ausstellung

15:00 – 16:00
Dischma

Workshop D1:

stopsmoking in der Primärversorgung – vernetzte Begleitung

Elisabeth Zehnder, Bern
Details

Die Primärversorgung spielt eine zentrale Rolle bei der Unterstützung von Menschen mit Tabak- und Nikotinkonsum und entsprechender Abhängigkeit. Teilnehmende lernen, wie die Kurzintervention hilft, Rauch- und Nikotinstopp niedrigschwellig anzusprechen und Betroffene motivierend zu begleiten. Zudem wird vermittelt, wie «stopsmoking» interdisziplinär in die Versorgung integriert werden kann.

Der Workshop ist interaktiv und bietet Raum für Erfahrungsaustausch und Reflexion.

15:00 – 16:00
Flüela

Workshop E1:

Trauer hinter der Sucht

Anita Finger, Hilterfingen CH
Details

Erkrankt ein Mensch an einer Sucht, beginnt für den Betroffenen und das nahe Umfeld ein grosser Trauerprozess, der aber oft nicht als solcher wahrgenommen wird. Der Betroffene spürt und weiss, dass er sich und sein Umfeld immer wieder enttäuscht und oft auch anlügt. Die Beziehungen zur Familie und zu Freunden werden schwieriger. Enttäuschungen, Wut, Schuldzuweisungen, nicht erfüllte Erwartungen, Hoffnungen, Versprechen usw. lösen sich ab, bis hin zur Resignation. Suchtmittel helfen dem Suchtkranken, die Trauer und den Schmerz zu vernebeln und zu betäuben.

15:00 – 16:00
Jakobshorn

Workshop B1:
TaiJi-QiGong und Med. QiGong I

Ruth Freudiger, Winistorf
15:00 – 15:40
Saal 1

Sucht in verschiedenen Phasen des Lebens

Christina Messerli, Bern
15:00 – 16:00
Sanada 1

Workshop G1:

Röntgen Refresher - Modul I

Christoph Brunner, Wald CH
15:00 – 16:00
Schwarzhorn

Workshop I1:

Sucht – der leise Feind unseres Schlafes

Nicole Suter Jäggi, Wetzikon
15:00 – 16:30
Seehorn

Workshop L1:

Suchtkontext im Jugendstrafverfahren :

Praxis des Schutzmassnahmenvollzuges bei Jugendlichen mit einem Suchtproblem

Chantal Stadelmann, Liestal
15:00 – 16:30
Sertig

Workshop H1:

Handlungssicher im Praxisalltag: Kommunikation mit Haltung und Umgang mit dem Konsum psychoaktiver Produkte

Daniel Aemisegger, St. Gallen
15:00 – 16:30
Wisshorn

Workshop C1:

Verwöhnung hat nichts mit Liebe zu tun

Claudia Kandalowski, Rombach
15:45 – 16:25
Saal 1

Zwischen Unterhaltung und Abhängigkeit: Eine Analyse von Gaming- und Geldspielsucht

Barbara Studer, Bern CH
Details

Das Ambulatorium Crossline der Stadt Zürich stellt ein Modell interprofessioneller Zusammenarbeit in der Suchtbehandlung dar. Seit 2004 bietet die Einrichtung eine umfassende, niederschwellige Versorgung für rund 258 Patient*innen mit schwerer Opioidabhängigkeit. Die interprofessionelle Teamstruktur aus Medizin, Pflege, Sozialarbeit, Psychologie und Psychotherapie ermöglicht eine ganzheitliche Betreuung unter einem Dach. Diese enge Vernetzung fördert Vertrauensaufbau, Stabilisierung und langfristige Therapiebindung, was entscheidende Faktoren für die Schadensminderung und die Vier-Säulen-Politik der Stadt Zürich sind. Durch die Bündelung aller Dienstleistungen wird nicht nur die Lebensqualität der Patient*innen gesteigert, sondern auch das Gesundheitssystem entlastet. In diesem Referat möchten wir Ihnen das Modell vertieft vorstellen

16:05 – 17:05
Jakobshorn

Workshop B2:

TaiJi-QiGong und Med. QiGong II

Jonas Infantino, Winistorf
16:30 – 17:10
Saal 1

Orthorexie zwischen Gesundheitsideal und Krankheitswert- psychiatrische und ernährungsmedizinische Perspektiven

Almut Schaefer, Aadorf ; Laura Fall, Aadorf
Details

Orthorexie zwischen Gesundheitsideal und Krankheitswert – psychiatrische und ernährungstherapeutische Perspektiven.

Orthorexie beschreibt ein zunehmendes klinisches Phänomen an der Schnittstelle von Ernährungsverhalten, psychischer Gesundheit und gesellschaftlichen Gesundheitsnormen. Charakteristisch ist eine zwanghafte Fixierung auf „gesundes“, „reines“ oder „richtiges“ Essen, die zu erheblichem Leidensdruck, sozialem Rückzug, Mangelernährung und psychischer Komorbidität führen kann. Eine repräsentative Umfrage vom BAG ergab, dass sich nahezu ein Drittel der Schweizer Bevölkerung übermässig stark mit gesundheitsfördernder Ernährung beschäftigt, was die gesellschaftliche Relevanz des Themas unterstreicht.

Der Vortrag beleuchtet Orthorexie aus einer psychiatrischen und ernährungstherapeutischen Doppelperspektive. Ein besonderer Fokus liegt auf der Rolle von Perfektionismus, Kontrollbedürfnis und Angst im Kontext moderner Gesundheits- und Clean-Eating-Narrative.

Ziel des Vortrags ist es, Fachpersonen dafür zu sensibilisieren, wann gesundheitsbewusstes Essverhalten in einen krankheitswertigen Zustand übergeht, wie Orthorexie klinisch erkannt werden kann und ab welchem Punkt weiterführender diagnostischer und therapeutischer Behandlungsbedarf besteht.

17:15 – 18:15

Fragen und Bedürfnisse in der Praxis: Suchtmedizin für Frauen

Franciska Brezan, Zürich
17:15 – 18:15
Dischma

Workshop D2:

Nikotin im Wandel: Abhängigkeit, neue Produkte und Relevanz für die Praxis

Stephanie Stucki, Bern CH
17:15 – 18:15
Flüela

Einführungs- und Schulungskonzept zur kontinuierlichen Glukosesensor-Messung (CGM) in der Allgemeinpraxis

Cornelia Jäggi, Baar
17:15 – 18:15
Sanada 1

Gemeinsam durch den Wunddschungel! Wunden sind mehr als nur Diagnosen - sie erzählen Geschichten

Renate Knodel, Neuhausen am Rheinfall
17:15 – 18:15
Schwarzhorn

Weniger Aufwand, mehr Sicherheit: Qualitätskontrollen im Praxislabor mit q.check im Handumdrehen digital dokumentiert

Angelina Miesch, Müllheim-Wigoltingen
17:15 – 18:15
Seehorn

Histogramme besser verstehen und interpretieren

Valentina Celestre, Baden-Dättwil
17:15 – 18:15
Sertig

Workshop M1:

Gespräche, die bewegen - Einführung in Motivational Interviewing für MPA

Daniel Aemisegger, St. Gallen
17:15 – 18:15
Wisshorn

Patientenzentrierte Versorgung konkret: Instrumente, welche in der Praxis einfach umsetzbar sind

Joel Lehmann, Bern
Ab 19:00

Abendessen im Restaurant Extrablatt